Anlässlich unseres 110ten Jubiläums im Jahr 2021 präsentieren wir euch hier Erinnerungen an die ELMAR-Geschichte aus der Sicht unserer Vereinsmitglieder und Aktiven in loser Reihenfolge:


1911 - Wie alles begann

In unserer Jubiläums-Serie widmen wir uns heute dem ersten Kapitel der Vereinsgeschichte - oder "wie alles begann...":

 

Im März 1911 wird eine Wohltätigkeitsveranstaltung, das Schauspiel „Elmar“ oder „Der Herr vom Habichtshof“, gebracht. Der Autor war Dr. Josef Faust, welcher aus dem Epos „Dreizehnlinden“ von 1878 des Arztes Friedrich Wilhelm Weber jenes Stück verfasste, welches sich mit der Einführung des Christentums in Sachsen befasst. Die Spieler, allesamt junge Menschen, kommen aus verschiedenen katholischen Pfarreien in Offenbach. Zweimal wird jenes Schauspiel im katholischen Vereinshaus „Schützenhof“ in der Herrnstraße aufgeführt. Die Presse lobt die gute Deklamation sowie „die neue elektrische Bühnenbeleuchtung mit ihren Farbeffekten“. Im Spaß am Bühnenspiel, an den regelmäßigen Zusammenkünften und der Geselligkeit vereint beschließt man auch weiterhin zusammen zu bleiben und zu spielen.

 

Das ist jetzt genau 110 Jahre her. Und wir sind immer noch begeistert dabei in Offenbach Theater zu spielen... 

 

(Foto: TCE Archiv, J. Busch, 1911)


2018 - Der Wilhelmsplatz wird zur Bühne

Heute blicken wir voller schöner Erinnerungen auf den Sommer 2018: Da durften wir das von Uwe Kauss eigens verfasste Stück "Marktmeister Clement ermittelt" zur Geschichte des Wochenmarktes auf dem Wilhelmsplatz am Originalschauplatz uraufführen. Tolle Open Air Vorstellungen mit einem großartigen Team und der "echten Offenbacher Wohlfühlatmosphäre".


1971 - Wilma packt zu

In unserer Jubiläums-Serie reisen wir heute ins Jahr 1971:

 

Sicher kennt ihr unser Ehrenmitglied Wilma Reinhart. Auch in ihrer Rolle als Urgroßmutter im Stück "Die vier Weiber vom Neuhof" war sie nicht nur "der Herr" im Haus, sondern auch die Stärkste. Das Foto aus ihrem Privatarchiv stellt ihre Zupackende Art bestens unter Beweis.

 

Übrigens wurde Wilma Reinhart für ihr Engagement für unseren Verein 2017 mit dem "Ehrenbrief des Landes Hessen" ausgezeichnet.


2005 - Die Tänzerin im "wahren Jakob"

Erstmals führte der bewährte Darsteller Tilman Camphausen in dieser Produktion, des Theaterclub Elmar auch Regie. So setzte er das Geschehen temporeich und mit sicherem Gespür für die Charaktere um. Garniert mit hübschen Einfällen wie dem gegenseitigen Nachäffen der Figuren.

 

Vor allem für die Hauptrolle fand er die Idealbesetzung. Werner Lapp, als Struwe zwischen Tugendwächter und Tunichtgut, rettet er sich von einer Verlegenheit zur nächsten Notlüge, sprüht vor Spielwitz.

 

Wirkungsvoller Gegenpol ist die verknöcherte Geheimrätin, steinern streng von Wilma Reinhart verkörpert. Quirlig wirbelt dazwischen Anja Büttner als Varieté-Tänzerin Yvette, mal verführerisch und mal verschwörerisch. Ein hinreisendes Kabinettstückchen liefert Holger Kraus alias Heinrich Böcklein (Verlagsbuchhändler) mit seiner Schilderung von Böckleins Erlebnissen im Nachtclub. 

 

Die übrigen Ensemblemitglieder fügen sich da bruchlos ein: Eva Thomas als flotte Lotte, ihr erster Auftritt bei den „Großen“; Gabi Thomas als charmante Mila Struwe die zweite Ehefrau des Stadtrats; Harald Gille als exzentrischer Graf auf Freiersfüßen; Simon Isser als Fred, der  heimlichen Liebschaft von Lotte; Dagmar Winter als Yvettes forsche Freundin Elise; Regieassistentin Helga Feuerbach als resolutes Dienstmädchen; schließlich Camphausen selbst als radebrechender Amerikaner James Ellison, der in Erinnerung an eine eifersüchtige Bulldogge auch Bulli genannt wird und das 82-jährige Elmar-Urgestein Erwin Klemenz als Intendant.

 

Ausschnitte aus Frankfurter Rundschau vom Montag den 11.April 2005 :

„Wenn zwei Honoratioren aus dem Odenwald zu einem Kongress für Sitte und Moral nach Offenbach reisen, sich aber lieber heimlich mit einer Varietétänzerin vergnügen, stößt das bei den Tugendwächtern übel auf.

 

Verwicklungen und Verwirrung sind der dramaturgische Stoff des Mundartschwankes „der wahre Jakob“, den der Theaterclub Elmar in einer Inszenierung an fünf Abenden im Ledermuseum zeigt. Die Amateurdarsteller brillieren und agieren im Zeitkolorit der 30 Jahre. Die Kulissen hat der mitgliederstarke Theaterclub teilweise aus Privatbeständen zusammengetragen oder der Epoche entsprechend aufgemöbelt. Die Offenbacher Version von „der wahre Jakob“, wurde mit Wortwitz, Aktion und Lokaler-Farbe zu einem turbulenten Schwank aufgefrischt.“

 

von Anja Büttner, April 2021

 


2012 - Die Kindergruppe reist nach Phantasien

Die Kindergruppe präsentierte in diesem Jahr das Kinderstück "Die unendliche Geschichte" nach der bekannten Romanvorlage von Michael Ende.

 

Unser erster Vorsitzender Simon Isser, der das Stück seinerzeit mit Eva Stichweh, gemeinsam inszenieren durfte, erinnert sich gerne daran zurück: "Am Anfang schien es wie eine unlösbare Aufgabe die phantastische Welt der 'unendlichen Geschichte' auf die Bühne zu bringen. In einer fulminanten Gemeinschaftsleistung der Kinder, des Werkstatt-Teams, engagierter Techniker und mit toller live-Musik ist es aber gelungen." Und so lernte 2012 der Glücksdrache Fuchur, beispielsweise durch den geschickten Einsatz von Schwarzlicht, das Fliegen auf der Bühne im Deutschen Ledermuseum.

 

von Simon Isser, Mai 2021


2014 - Als der Hase laufen lernte

 

Wenn ich zurückblicke auf 15 Jahre Regie, haben mich die Stücke begeistert in dem unser Werkstatt-Team Meisterarbeit geleistet haben:

 

Bei „Mein Freund Harvey“ (2014) bei dem ich sogar einen gespielten Hasen einsetzen konnte. Dieser Hase trat  immer nur dann in Erscheinung  wenn „Mr. Dowd“ mit ihm alleine war. Auch das Bild mit dem beweglichen Hasen war klasse. Daraus konnte Hase „Harvey“ wirklich herausschauen und auf das Spiel der Darsteller reagieren.

 

So war und bin ich immer gespannt wie die Stücke nachher auf der Bühne wirken. Und ich hoffe sehr, dass wir unserem Publikum die nächsten Jahre noch weitere tolle Einfälle zeigen können.

 

von Tilman Camphausen, Mai 2021