Aktuelles & Rückblick


Elmar-Kindergruppe präsentiert „Peter Pan“ – von Kindern für Kinder

Die Kindergruppe des Theaterclubs Elmar spielt am 12. und 13. September 2026 ihre Inszenierung des Klassikers im Gemeindesaal der Lutherkirche Offenbach

 

1904 feierte das Bühnenstück über Peter Pan, dem Jungen, der nicht erwachsen werden wollte, Premiere in London. 122 Jahre später hat die Geschichte um Peter, Wendy, Captain Hook und das Nimmerland nichts von ihrem Reiz, den tiefen Sehnsüchten und ihrem witzigen Charme verloren.

 

Mit viel Fleiß, Kreativität und Leidenschaft haben die 15 Kinder des Theaterclubs Elmar ihre eigene Inszenierung seit Jahresbeginn erarbeitet. Im Mittelpunkt steht natürlich Peter Pan, gespielt von Jonas Stichweh. Mit Glöckchen, der Fee, (Jelena Bissinger) taucht er eines Nachts bei Wendy (Luisa Fornauf) und ihren Geschwistern John (Liam Sander) und Michi (Elena Kafetzis) auf, um seinen Schatten zu finden.

 

Gemeinsam fliegen sie nach Nimmerland, der so geheimnis- wie fantasievollen Heimat von Peter Pan. Dort treffen sie auf die verlorenen Kinder und später auf die Dschungelkinder. Doch im Hintergrund lauert der berüchtigte Kapitän Hook (Lasse Schäfer) mit seinen Piraten. Ein humorvoller Kampf um Leben und Tod beginnt – vor allem aber ein Kampf für die Kindheit, die sich jeder Mensch im inneren erhalten sollte.

 

In weiteren Rollen sind zu sehen: Anthea Bode, Anna Kafetzis, Damian Belda, Rafael Klauke, Nora Wortmann, Valerie Camphausen, Leandra Völler, Theodor Vogel und Liya Ciftci. Geleitet wird die Kindergruppe von Anja Büttner und Christine Klauke (Erwachsene) unterstützt von Lisa Oehler, Johannes Büttner und Hannah Doschek aus der Elmar-Jugend.

 

„Die Mischung der Kindergruppe ist so bunt, vielfältig und inklusiv wie die Geschichte“, betont Anja Büttner. „Gemeinsam haben sie es hervorragend verstanden, die Stärken von jeder und jedem optimal einzubringen – und so ein ganz besonderes Stück zu inszenieren, in dem viele eigene Ideen, Erfahrungen und Sehnsüchte eingeflossen sind.“

 

Am 1. Advent stehen die Kinder dann gemeinsam mit Erwachsenen und Jugend des Theaterclubs zum traditionellen Weihnachtsmärchen „Die Sterntaler“ auf der Bühne im Capitol.


Ehrung langjähriger Mitglieder

Im Rahmen der jüngsten Mitgliederversammlung ehrte der Vorstand des Theaterclubs ELMAR e.V. verdiente Mitglieder für ihr jahrelanges Engagement für den Verein. Die allesamt ehrenamtlich Engagierten sind wesentliche Stützen der Vereinsarbeit vor und hinter den Kulissen. Geehrt wurden u.a. (Foto v.l.n.r.) Dragica Klauke (30 Jahre), Danish Mian (15 Jahre), Valentina Vinkovic (30 Jahre), Karn Rinke (30 Jahre), Nadine Graf-Baßmann (25 Jahre), Eva Stichweh (30 Jahre). ELMAR Vorsitzender Simon Isser gratulierte allen geehrten herzlich zum Jubiläum und dankte im Namen des Vereins für das große Engagement.


Jugendtheatergruppe der Elmar zum Jubiläum in Saarbrücken

Am Sonntag, 3. Mai, spielte die Jugendgruppe des Theaterclubs Elmar ihre Inszenierung „Hier oben wohnt das Glück“ als Gastspiel in Saarbrücken. Eingeladen waren sie vom befreundeten Studiotheater „Theater im Viertel“ nach Vermittlung über den Verband Saarländischer Amateurtheater. Das Gastspiel fiel exakt auf den Gründungstag des Vereins, der dieses Jahr sein 115-jähriges Bestehen feiert.

 

Das Stück wurde bereits bei den Aufführungen im September 2025 im Bernardbau Offenbach gefeiert. Auch in Saarbrücken war das Theater mit rund 50 Gäste ausverkauft. Einige Besucherinnen kamen extra aus Luxemburg, um das Stück zu sehen. Hinterher gab es dann noch Gespräche zum Thema „Wie frei sind Frauen“.

 

Bereits am 1. Mai besuchten die neun Jugendlichen und ihre zwei Betreuenden (Christine Klauke und der Elmar-Vorsitzende Simon Isser) das Unesco Weltkulturerbe Völklinger Hütte sowie am folgenden Tag das Saarlandmuseum.

 

Das Bühnenstück wird die Jugend des Vereins noch ein letztes Mal am ersten Juniwochenende aufführen, dann in einer eigens entwickelten englisch-deutsch-tschechischen Version beim diesjährigen Mini-Theaterfestival in Prag. Die Jugendgruppe wird danach voraussichtlich 2027 eine neue Inszenierung auf die Bühne bringen.

 

Vorher ist die Kindergruppe der Elmar an der Reihe. Am 12. und 13. September zeigen sie ihre Eigenproduktion Peter Pan im Gemeindesaal der Lutherkirche, als Theater von Kindern für Kinder. Danach dürfen die Erwachsenen ran. Die skurril-anrührende Komödie „Willkommen in Deinem Leben“ gastiert am 26. und 27. September in der Willy-Brandt-Halle in Mühlheim. 


ELMAR Jugend zu Gast in Luxemburger Partnerstadt

Seit genau 70 Jahren besteht die Städtepartnerschaft der Städte Offenbach am Main und Esch-zur-Alzette in Luxemburg. Diese wird auf unterschiedlichen Ebenen und mit verschiedenen Projekten gelebt. Neu ist eine Kooperation zweier Theater: Dem Petit-Atelier-Theatre-Esch (PATE) und dem Offenbacher Theaterclub ELMAR e.V..

 

Erstmals kennengelernt haben sich die Gruppen im letzten Herbst. Auf Einladung der Stadt Offenbach reiste eine Gruppe Jugendlicher des PATE nach Offenbach, um hier ein Wochenende gemeinsam mit Jugendlichen des Theaterclubs ELMAR zu verbringen. Beim gemeinsamen Theaterworkshop lernten sich die Jugendlichen kennen und schätzen. Im Workshop wechselten sich die Arbeitsweisen der beiden Regisseure Saïf Eddine Settif (Esch) und Simon Isser (Offenbach) ab. Die Gruppen fanden schnell zusammen und entwickelten eine große Spielfreude. Ein buntes Programm mit Grillabend auf der Kinder- und Jugendfarm, Führung durch das Haus der Stadtgeschichte und ein Bummel über den Wochenmarkt rundeten das erste Kennenlernen der Jugendlichen ab.

 

Nun ging es für die Offenbacher nach Luxemburg: Am letzten Wochenende der Osterferien (10.-12. April 2026) reiste die Gruppe auf Einladung der Stadt Esch und des Service Jeunesse Esch in die Luxemburger Partnerstadt. Nach der offiziellen Begrüßung durch Eschs Stadtrat für Jugend, Kultur und Internationales Bruno Cavaleiro galt es dort erstmal gemeinsam die Stadt zu erkunden: Besonders beeindruckte das Stadtviertel Belval. Hier wurde eine stillgelegte Stahlhütte zu einem pulsierenden Viertel mit moderner Architektur, Universität, Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten entwickelt. Die in der ehemaligen Möllerei des Stahlwerks untergebrachte Uni-Bibliothek begeisterte besonders mit ihrer modernen Architektur und angenehmen Atmosphäre. Ein gemeinsamer Kunstworkshop im Atelierhaus Bridderhaus mit jungen Künstlerinnen sorgte ebenso für Abwechslung wie ein gemeinsamer Spaziergang durch den Escher Tierpark. Doch auch hier stand die Theaterarbeit im Mittelpunkt. Für die Zusammenarbeit der beiden Gruppen hatte die Pädagogin Cindy Rodriguez des PATE eine ganz besondere Idee: Aus zwei Gruppen aus zwei Partnerstädten aus zwei Ländern wird ein Ensemble!

 

So erarbeiteten die Jugendlichen gemeinsam Theaterszenen für die Aufführung „15“, die im Juli zum 15jährigen Bestehen des Theaters PATE im großen Escher Stadttheater aufgeführt wird. Die Offenbacher Jugendlichen werden hier als Teil des Ensembles integriert und erarbeiteten kurze Sequenzen, die jetzt bis zum Sommer in Offenbach verfeinert und geprobt werden. Dann geht es im Juli wieder nach Esch und die jungen Schauspieler*innen fügen sich vollends ins Ensemble der Luxemburger Truppe ein und wirken beide Abende an der großen Jubiläums Aufführung im Stadttheater mit. Dort werden pro Abend jeweils 600 Zuschauer*innen erwartet. Tanzeinlagen und Live-Band werden die Jubiläums-Inszenierung „15“ bereichern und natürlich steht auch eine Jubiläumsparty auf dem Programm. Die Jugendlichen sind ganz begeistert von der gemeinsamen Theaterarbeit – die auch fordert, Sprachbarrieren zu überwinden und sich mit französischen Texten und Regieanweisungen auseinanderzusetzen.

 

„Ein aufregendes Projekt und schon jetzt eine tolle Freundschaft der Jugendlichen aus beiden Theatern. Gelebte Städtepartnerschaft und eine inspirierende Künstlerische Zusammenarbeit. Gerade im 70. Jubiläum der Städtepartnerschaft ist es für uns als Verein eine besondere Ehre, daran mitwirken zu dürfen. Wir danken den beiden Städten Offenbach und Esch für die tolle Unterstützung und insbesondere den Freunden vom PATE  und Service Jeunesse Esch für die Gastfreundschaft.“ Bilanziert ELMAR-Vorsitzender Simon Isser: „Das Ergebnis der Zusammenarbeit der Jugendlichen am 10. und 11. Juli im Escher Theater wird sicher ein Genuss. Ich freue mich jetzt schon sehr darauf, die Vorstellung zu erleben.“


ELMAR übergibt "Offebacher Pfefferniss" an Deutschen Sprachatlas

Am Rande der Verleihung des hessischen Mundartpreises in Marburg konnte unser 1. Vorsitzender Simon Isser beide Bände der Gedichtssammlung „Offebacher Pfefferniss“ an den Direktor des Forschungszentrums Deutscher Sprachatlas Prof. Alfred Lameli übergeben. Die Gedichtssammlung in Offenbacher Mundart hat Karl Eichhorn in den 1950er Jahren im Eigenverlag herausgegeben und ist eines der wenigen Druckerzeugnisse der Offenbacher Mundart ihrer Zeit. Im Deutschen Sprachatlas an der Universität Marburg können die Texte jetzt der Wissenschaft zugänglich gemacht werden und als Quelle für die regionale Mundart dienen.

 

Die beiden Exemplare der Bücher hatten treue Zuschauerinnen des Theaterclub ELMAR zu diesem Zweck aus ihren privaten Sammlungen gespendet. Herzlichen Dank.

 

Die Texte von Eichhorn sind auch Grundlage der Mundart Stadtrundgänge des Theaterclubs durch Offenbach. Der nächste startet schon diesen Donnerstag um 18 Uhr. 


Im Gedenken an Helga Feuerbach

Ein Leben auf, vor und hinter Offenbacher Bühnen / über 60 Jahre Theaterclub Elmar

 

Helga Feuerbach ist am 5. November 2025 verstorben. Seit über 60 Jahren stand sie beim Theaterclub Elmar auf, vor und hinter der Bühne, war bis zuletzt in der Offenbacher Seniorenhilfe engagiert und jahrelang bei den Geflügelzüchtern im Erlenbruch aktiv. Für ihr vielfältiges ehrenamtliches Engagement wurde Helga Feuerbach mit dem Landesehrenbrief des Landes Hessen ausgezeichnet. Sie nannte sich selbst „ein echtes Offebächer Mädsche“. 

Am 11. Juni 1937 in Offenbach geboren, fand Helga Feuerbach mit 20 Jahren ihren Weg zum Theaterclub. An Bühnen- und Auftrittserfahrung mangelte es ihr schon damals nicht, hatte sie doch bereits viele Jahre im Offenbacher Volkschor gesungen. Dann sah sie 1957 die Elmar-Aufführung „Die Verführerin“. Sie war so begeistert, dass sie kurz darauf dem Verein beitrat. Schon drei Monate später war sie auf der Bühne zu sehen, in ihrer ersten Rolle – und gleichzeitig in ihrer einzigen Rolle ohne Text. In den folgenden Jahrzehnten folgten zahlreiche Auftritte mit einer großen Reihe von gespielten Stücken und Personen sowie einer Vielzahl lobender Kritiken.

 

Immer wieder unterschiedlichste Rollen und Charaktere hat sie auf die Bühne gebracht - in Schwänken, Komödien, Tragödien und Märchen - und dabei immer wieder großes Können und echte Leidenschaft unter Beweis gestellt. In ernsten und traurigen Stücken spielte Helga Feuerbach so überzeugend, dass einmal sogar die Souffleuse in ihrem Kasten kräftig zu Weinen begann.

 

Großartig war Helga Feuerbach auch im Spiel und der Pflege der hessischen Mundart, mit einem speziellen Offenbacher Klang. Ihre Lieblingsrolle war die der Ehefrau in der Komödie „Ehe in Dosen“. Das Stück handelt von einem streitenden Ehepaar, das sich endgültig scheiden lassen will. Ein Onkel allerdings ersinnt einen ausgefeilten Plan, um die beiden wieder zusammen zu führen. Sie erzählte gerne, wie ihr echter Schwiegervater sich damals über die knappe Kostümierung der reizvollen Protagonistin echauffierte.

 

Auch privat war Helga Feuerbach dem Theaterclub stets eng verbunden. Den Offenbachern gleichermaßen bestens bekannt ist ihre „kleine Schwester“ Wilma Reinhart, die ebenfalls aus dem Elmar-Ensemble nicht mehr wegzudenken ist. Und auch die Liebe fand sie in der Elmar: „Meinen Mann Karl-Heinz habe ich bei einer Probe kennen gelernt“, berichtete Feuerbach, „und meine Flitterwochen habe ich mit fünf Aufführungsabenden in der Loge verbracht.“

 

Mit 75 Jahren, also 2012, stand sie ein letztes Mal für die Elmar auf der Bühne: als Putzfrau Erna in der Polit-Komödie „Einmal die Wahrheit“ im Offenbacher Ledermuseum. Ihre mitspielenden Kolleginnen und Kollegen, alle jünger, viele davon Jahrzehnte jünger, erinnern sich gerne und gut an die Probenarbeiten und Aufführungen. Immer wieder gab sie wertvolle Tipps für die Umsetzung, für das Bühnenbild – und strahlte dabei eine fröhliche Ruhe aus, von der alle profitierten. Noch 2022 verlieh sie dem Baum im Märchen „Frau Holle“ aus dem Off ihre unverwechselbare Stimme. Gestartet ohne Text wurde so ihr letzter Bühnen-Einsatz eine reine Sprechrolle.

 

In den letzten Jahren ihres Wirkens verlagerte Helga Feuerbach ihren Elmar-Schwerpunkt von der Schauspielerei zur Regie-Assistenz und Souffleuse. Besonders beliebt waren auch ihre liebevoll hergestellten Requisiten, wie eigens für die Vorstellungen gehäkelte Kissen. Besonders in Erinnerung bleibt aber allen Mitgliedern sowie allen, die sie kannten, ihr einnehmendes Lächeln und Lachen. Selbst wenn es ihr einmal nicht gut ging, schien sie ihr positives, lebensbejahendes Wesen nie zu verlieren.

 

Mit ihren Tonaufnahmen für die Mundart-Stadtrundgänge „Offenbach – uffs Ohr gebabbelt“ hat sie sich schon zu Lebzeiten ein Denkmal gesetzt. Gemeinsam mit ihrer Schwester Wilma Reinhart erzählt sie Offenbacher Anekdoten, Alltagsgeschichten und Gedichte aus dem Offenbach der 50er Jahre in bester Mundart. Die Rundgänge gibt es seit 2022 und bis heute sind beide über ein spezielles Audio-System und via Bluetooth-Kopfhörer auf den Rundgängen zu hören.

 

Bis zuletzt war Helga Feuerbach bei jeder Vorstellung „ihrer Elmar“ als Zuschauerin dabei und packte gerne mit an. Großartig verstand sie es dabei, einen Bogen zwischen jungen und älteren Mitgliedern zu schlagen und ein gutes und faires Miteinander zu ermöglichen. Sie selbst erklärte den Jüngeren gerne: „Ich war ein ruhiges, naives und zurückhaltendes Mädchen, als ich zu Elmar kam, hier bin ich so richtig aufgetaut. Die Elmar hat mein Leben geprägt.“

 

„Sie hat unseren Theaterclub auf ganz besondere Weise, ruhig, besonnen, kraftvoll und Energie-geladen, mit Humor und einer einnehmenden Herzlichkeit geprägt“, erklärt der Elmar-Vorsitzende Simon Isser. „Wir werden sie vermissen und ihr Andenken in Ehren halten.“


Jugendtheater "Hier oben wohnt das Glück"

Die Jugendgruppe des Theaterclub Elmar präsentiert vom 13. bis 15. September eine theatrale Zeitreise – in Kooperation mit der Stadt Offenbach am Main (Amt für Kulturmanagement und Frauenbüro) – im Bernardbau Offenbach.

 

Was bedeutet "Glück" für eine junge Frau des 18. Jahrhunderts im Vergleich zu jungen Frauen von heute? Hatte es denselben Stellenwert? Das Stück „Hier oben wohnt das Glück“ stellt die Lebenswirklichkeit junger Mädchen damals und heute einander gegenüber. Die Sophie aus der Gegenwart wird in die Vergangenheit versetzt und trifft dort auf eine Sophie, deren Leben vollkommen anders war. Dennoch haben beide mit nur scheinbar unterschiedlichen Herausforderungen, Konflikten sowie generationenüberdauernden repressiven Frauenbildern zu

kämpfen.

 

Grundlage der Geschichte ist ein Bühnenspiel von Lorenz Hippe, entstanden aus einem Schreibworkshop mit Jugendlichen. Die zwölf Teenager der Elmar-Jugendgruppe haben diese Geschichte genommen und mit einigen Modernisierungen und selbst komponierten Songs neu inszeniert. Seit rund einem Jahr beschäftigen sich die elf jungen Darstellerinnen und ein Darsteller zwischen 14 und 18 Jahren mit dem Leben von Sophie von La Roche sowie den Lebenswirklichkeiten junger Frauen von heute. Die Frauenbeauftragte der Stadt Offenbach, Dr. Inga Halwachs, besuchte dafür dieses Jahres die Jugendgruppe. Gemeinsam diskutierten sie aktuelle feministische Themen, die insbesondere junge Frauen beschäftigen.

 

Im Offenbacher Haus der Stadtgeschichte ließ sich die Gruppe von Dr. Eichenauer über das Leben der heute relativ unbekannten Sophie von La Roche, die lange in Offenbach lebte, berichten. Dr. Eichenauer zeigte den Jugendlichen die Erstausgabe ihres Romans „Geschichte des Fräuleins von Sternheim“ aus dem Jahr 1771 sowie einige handgeschriebene Briefe. Zu ihrer Zeit verkehrte von La Roche mit den großen Namen der zeitgenössischen Literatur wie C. M. Wieland, Basedow, Friedrich Schiller und Johann Wolfgang Goethe. Sie gilt als eine der ersten finanziell unabhängigen Autorinnen in Deutschland, war Herausgeberin einer Frauenzeitschrift und verarbeitete in ihren Romanen einige autobiographische Konflikte.

 

So hat einerseits die historische Sophie aus dem Stück mit dem Tod der Mutter zu kämpfen und darf nicht den Mann heiraten, den sie liebt. Stattdessen wird sie in eine Ehe gedrängt, die der Familie gesellschaftliche Vorteile verschafft. Andererseits verheddert sich eine moderne Sophie in einem Ausgezeichnet mit dem Kulturpreis der Stadt Offenbach 2010 Geflecht von fragwürdigen Rollenbildern, Mobbing und Mode sowie patriarchalen Ehrgeiz und profaner Profitgier. Es bleibt beiden die Frage, was bedeutet für mich Glück – und was bin ich bereit, dafür zu ertragen und dafür aufzugeben.

 

„Woher kommt die Angst, wenn ich eigentlich glücklich sein will, aber dann doch vor dem Ereignis Angst habe?“; „Macht Liebe glücklich?“; „Wieso wollen wir Glück erzwingen...?“ – Um diesen und weiteren universellen Fragen nachzugehen, verzichtet die Gruppe auf feste Rollen. Jede und jeder schlüpft mindestens einmal in die Rolle der Sophie. Gedanken und Konflikte werden von einem Chor – wie im Theater der griechischen Antike – begleitet.

 

Kostüme und Bühnenbilder werden bewusst minimalistisch gehalten, so unterscheiden sich beide Sophies nur durch eine Haube und einen modernen Haarreif. Leah Stahl, eine der jungen Darstellerinnen, hat aus den Textstücken eigene Songtexte mit Gitarrenbegleitung komponiert, die in die Inszenierung einfließen. Regie führte die Gruppe gemeinsam. Unterstützung erhielten sie von einigen Erwachsenen Elmar-Mitgliedern – unter anderem vom ersten Vorsitzenden Simon Isser. „Eine Konsens-Regie war und ist für junge Darstellende (wie auch für uns Begleitende) natürlich eine Herausforderung“, betont Isser. „Das Ergebnis zeigt allerdings, wie sehr die Gruppe harmoniert, wie sehr sie das Thema interessiert und wie elegant sich alte und moderne Mittel des Theaters zu einem zeitlos beeindruckenden Stück verbinden lassen. Damit ist die Inszenierung für dramaturgische Profis genauso geeignet wie für theatralische Laien, für Schülerinnen und Schüler, genauso wie für Eltern, Großeltern und jede und jeden, die ihr persönliches Glück suchen. Ein besonderer Dank geht an dieser Stelle auch an alle Kooperationspartner, die dieses Projekt tatkräftig unterstützt haben.“


Komödie "37 Ansichtskarten"

Nach acht Jahren in Europa kehrt der junge Avery zurück in die USA, zurück ins Haus seiner Eltern. Statt purer Wiedersehensfreude erwartet ihn dort ein Feuerwerk skurriler Überraschungen: der Hund ist tot, dafür lebt die totgeglaubte Großmutter, das Haus steht schief und Eltern und Tante scheinen in einer Welt jenseits der als normal geglaubten Realität zu leben. Die Gäste des Stücks dürfen sich also auf viele Absurditäten, eine Prise schwarzen Humor und ein tiefgründiges Finale freuen, wenn am 20., ab 19 Uhr, und 21. September, ab 16 Uhr, der Theaterclub Elmar in der Willy-Brandt-Halle in Mühlheim am Main gastiert. Tickets gibt es unter der Telefonnummer 0176 /52 54 56 14 sowie online unter www.theaterclub-elmar.de.

 

„Da ist ein Elch in meinem Zimmer!“ Dieses Erlebnis der jungen Pariserin Gillian Moore gehört noch zu den harmloseren, als sie die Familie ihres Verlobten Avery kennenlernen möchte. Das Theaterstück 37 Ansichtskarten (Originaltitel: 37 Postcards) wurde in den späten 1990er-Jahren von dem US-amerikanischen Dramatiker Michael McKeever verfasst. Es feierte 1999 Premiere im New Theatre in Coral Gables, Florida. Bekannt für seine humorvollen, oft bittersüßen Gesellschaftskomödien, ließ McKeever einiges an eigenen Erfahrungen in das Stück einfließen, die er gekonnt bis ins Absurde steigerte. Die Mischung aus skurrilem Humor, leiser Melancholie und tiefgründiger Moral machte das Stück schnell populär. Es wurde in den USA zahlreich inszeniert und fand auch international großen Anklang.

 

Im Zentrum steht die Geschichte von Avery Sutton, der nach längerer Zeit im Ausland zu seiner exzentrischen Familie zurückkehrt. Begleitet wird er von seiner Verlobten Gillian, die er in Paris kennen und lieben gelernt hat. Schnell muss Avery feststellen, dass nicht nur das Haus in Schieflage ist, sondern auch einige der vermeintlichen Wahrheiten, die er für Realität hielt. Die totgeglaubte Großmutter lebt, der Hund ist tot, das junge Paar wird von Tieren drangsaliert, von Verwandten beschimpft und muss sich mit seltsamen Freizeitbeschäftigungen des Vaters und der exzentrischen Tante abfinden. Damit beginnt ein tragikomischer, emotionaler Hindernislauf durch die gar nicht so alltäglichen Wirrungen des Familienlebens.

 

Mit der Aneinanderreihung scheinbarer Absurditäten bröckelt nach und nach die familiäre Fassade und die Ursachen für all die Absonderlichkeiten werden nicht nur Avery offenbar. So führt die vermeintlich schwarze Komödie letztlich zu sehr berührenden Momenten über eine ziemlich ungewöhnliche, aber doch liebenswerte Familie – und die gar nicht mehr so absurd anmutende Frage: In welcher Realität möchte man eigentlich leben.

 

Hinreißend, skurril und doch sehr berührend bringt das Ensemble des Offenbacher Theatervereins das Stück auf die Bühne in der Willy-Brandt-Halle in Mühlheim. In die Rollen der Verlobten Avery und Gillian schlüpfen Johannes Büttner und Anabel Klauke. Beide waren bereits in der Kindergruppe und sind aktuell in der Jugendgruppe der Elmar aktiv. Als Averys Eltern Evelyn und Stanford agieren Verena Blum und Wolfgang Klauke. Die Rolle der exzentrischen Tante übernimmt Dragica Klauke. Regie führt Thomas Isser.

 

Monika Bauer spielt die totglaubte Großmutter. Sie ist am 1. April 1972 in den Theaterclub Elmar eingetreten. In nunmehr 54 Jahren aktiver Theaterarbeit hat sie in ungezählten Komödien, Schwänken, wie auch im traditionellen Weihnachtsmärchen der Elmar geglänzt sowie in vielen Stücken die Regiearbeit unterstützt. In der Rolle der Nana darf sie in vermeintlich wenigen Auftritten umso mehr Theaterkönnen zeigen: Von der griesgrämig-gemeinen Alten, bis zur schwärmerischen Verliebten, die im Herbst des Lebens einen zweiten Frühling erlebt.


ELMAR beim Lützel-Lichter-Festival

Vom 29. – 31. August 2025 hieß es im Selbstversorgerhaus Lützel, in Biebergemünd, „Vorhang auf“ für ein Theaterfestival für Kinder und Jugendliche. Ein Wochenende voller großartiger Theaterstücke und Workshops.  Auch die Jungend des Theaterclub ELMAR war dabei. Am Freitagabend eröffneten die Jugendlichen das Festival mit der Premiere ihres Stückes „Hier oben wohnt das Glück“. Das Stück befasst sich mit der Bedeutung von „Glück“ für eine junge Frau des 18. Jahrhunderts im Vergleich zu einer jungen Frau von heute. Die Jugendlichen spielten in einem Zirkuszelt in welchem, im Laufe des Wochenendes, noch andere schöne Stücke gespielt werden sollten.

 

Der Samstag startete für die Jugendlichen und andere Teilnehmer*innen des Festivals, mit jeweils zwei Workshops, zwischen denen gewählt werden konnte. Auch Kinder aus dem Dorf nahmen an den Workshops teil. Nach dem Mittagessen machten sich alle gemeinsam auf den Weg ins Dorfgemeinschaftshaus, um das zweite Stück des Wochenendes zu sehen „Die kleine Hexe“. Abgeholt wurde die Gruppe von einer Stelzaktion und zum Dorfgemeinschaftshaus Breitenborn gebracht. Das Junge Theater Wachenbuchen führte eine wunderschöne Version von „Die kleine Hexe“ auf. Mit einem drehbaren Hexenhäuschen und ganz viel liebe zum Detail.

 

Nach dem Stück ging es wieder zurück ins Selbstversorgerhaus, wo es für alle Kaffee und Kuchen gab. Am späten Nachmittag präsentierte das IndiviDuo aus Trossingen ihr Mitmach-Theaterstück „Der Bär, der nicht da war“. Das Publikum erschuf mit Zeitungspapier einen Wald, durch welchen der Bär wanderte und Blumen aus Tüchern, an denen der Bär riechen konnte. Nach dem Abendessen präsentierte die Gruppe SpotOn aus Erlensee einen Ausschnitt aus ihrer aktuellen Produktion „Funken“. Das Stück handelt von einem Jungen, der in ein Sommercamp geschickt wird, indem jeder etwas besonders gut kann, einfach besonders ist. Er jedoch nicht. Zum Abschluss des Tages zeigten die Spielfreu(n)de aus Stollberg im Erzgebirge ihre Atemberaubende Feuershow. Mit Schwertern, Keulen und Bällen zeigte die Gruppe ihr Können im Umgang mit dem Feuer. Ein Gelungener Abschluss für den Tag, der über 100 Besucher*innen aus dem Dorf und der Umgebung auf das Festivalgelände lockte.

 

Auch am Sonntag gab es nach dem Frühstück Theaterworkshops an denen teilgenommen werden konnte. Nach den Workshops machten sich erneut alle auf den Weg zum Dorfgemeinschaftshaus nach Breitenborn. Diesmal mit einer Märchengeschichte, die Etappenweise auf dem Weg erzählt wurde. Im Dorfgemeinschaftshaus Breitenborn spielte die Gruppe Kindsköpp aus Rüsselsheim ihr Stück „Die drei Räuber“. Das Stück handelt von drei Räubern, die eine Kutsche überfallen und dort ein kleines Mädchen auffinden, die sie mitnehmen, um „Lösegold“ für sie zu verlangen. Am Ende kommt es jedoch ganz anders und die Räuber adoptieren das kleine Mädchen. Das Stück war liebevoll gespielt, mit liebe zum Detail und vielen Momenten, in denen das Publikum herzhaft lachen musste. Später am Nachmittag spielte das IndiviDuo erneut ihr Stück „Der Bär, der nicht da war“. Und so endete dann auch das 1. Lützel-Lichter-Theaterfestival im Selbstversorgerhaus Lützel. Ein tolles Wochenende mit Eindrücken und Freundschaften, die noch lange nachwirken werden.


Theaterclub Elmar wählt neuen Vorstand und ehrt Mitglieder

Am Dienstag, 3. Juni 2025, trafen sich die Mitglieder des Theaterclubs Elmar e.V. im Clubheim in der Birkenlohrstraße 19 in Offenbach. In der Mitgliederversammlung wurde unter anderem ein neuer Vorstand gewählt sowie Ehrungen für insgesamt 200 Jahre Mitgliedschaft vergeben.

 

Ein kurzer Rückblick des Vorstandsvorsitzenden Simon Isser auf das letzte Jahr belege, wie jung und vital der mittlerweile weit über einhundert Jahre alte Verein sich fühlen darf. Rund dreißig Aufführungen haben die knapp einhundert Mitglieder 2024 auf die Bühne gebracht. Neben den Erwachsenen bringen auch die Kinder- und Jugendgruppen regelmäßig eigene Stücke zur Aufführung und bereichern die Komödien, das Weihnachtsmärchen sowie andere Aktivitäten. So zeige sich der Verein sowohl finanziell als auch in der Nachwuchsarbeit bestens aufgestellt.

 

Nach der Entlastung des alten Vorstands wurde ein neuer Vorstand gewählt. Als erster Vorsitzender wurde Simon Isser für zwei weitere Jahre im Amt bestätigt. Auch weitere Mitglieder wurden erneut für ihr Amt gewählt: Anja Büttner (2. Vorsitzende), Ricarda Thöne (Kassenwärtin), Monika Bauer (Schriftführerin) und Dragica Klauke (Sprecherin der Aktiven).

 

Neu Mitglieder des Vorstandes sind künftig Verena Blum (Jugendleitung) und Eylem Sandor (Sprecherin der Jugend). Als Revisoren bestätigte die Versammlung erneut Christine Klauke und Valentina Vinkovic. Nach der Wahl erfolgte noch ein besonderer Dank an Nadine Graf-Baßmann, vorherige Jugendleitung, sowie Danish Mian, ehemals Sprecher der Jugend.

 

Für insgesamt 200 Jahre runde Mitgliedschaften durfte der alte und neue Vorstandsvorsitzende Isser dann noch Ehrungen vergeben. Elmar Urgestein Wilma Reinhart ist bereits 60 Jahre Mitglied im Verein. Anja Büttner durfte sich über Blumen und Urkunde zu 40 Jahren Mitgliedschaft freuen. Weitere Jubilare sind Ricarda Thöne und Max Thöne (jeweils 20 Jahre), Tobias Simmen (15), Miriam Buch, Carola Franke, Anabel Klauke und Lara Littmann (jeweils 10 Jahre) sowie Alexa Lorenz (5 Jahre).

 

Als nächstes kann man den Theaterclub Elmar am 11. Juni beim Weltspieltag auf der Kinder- und Jugendfarm sowie mit einem eigenen Stand beim Mainuferfest (14.-15. Juni) erleben.

 

Vom 13. bis 15. September zeigt die Elmar-Jugend im Bernardbau Offenbach das Stück „Hier oben wohnt das Glück“ nach Motiven des Romans "Geschichte des Fräuleins von Sternheim" von Sophie von La Roche. Das Stück beschäftigt sich mit den Lebensverhältnissen einer jungen Frau des 18. Jahrhunderts im Vergleich zu heute.

 

Am 20. und 21. September kommt die Komödie „37 Ansichtskarten“ in der Mühlheimer Willy-Brandt-Halle zur Aufführung. Mit skurril-schwarzem Humor und berührendem Tiefgang beleuchtet das Stück das Aufeinandertreffen verschiedener Generationen einer Familie als eine Aneinanderreihung scheinbarer Absurditäten.

 

Zum Jahresausklang heißt es dann wieder „Märchenwelt, öffne dich“ im Capitol Offenbach. Am 1. Adventswochenende spielt der Theaterclub mit großem Ensemble, Tanz und Musik das Märchen „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“.


Weltspieltag in Offenbach am 11.6.

„Lasst uns spielen – mit allen Sinnen!“

„Lasst uns spielen – mit allen Sinnen!” ist das Motto des Deutschen Kinderhilfswerkes für den Weltspieltag am 11. Juni 2025. Damit will die Kinderrechtsorganisation gemeinsam mit seinen Partnern im „Bündnis Recht auf Spiel“ auf die besondere Verknüpfung der Themen Spiel und Kultur aufmerksam machen. Die Kinder- und Jugendfarm Offenbach ist seit Gründung des Bündnisses Mitglied. Der Offenbacher Simon Isser vertritt im Beirat des Bündnisses die Interessen der kulturellen Bildung und freut sich besonders über das diesjährige Schwerpunktthema „kulturelle und künstlerische Betätigung und Teilhabe“.

 

In Offenbach hat sich in diesem Jahr ein breites Bündnis an Aktiven zusammengeschlossen um die Aktion am Mittwoch, den 11. Juni von 15 bis 17 Uhr auf der Kinder- und Jugendfarm durchzuführen. Gemeinsam wirken der Verein Kinder- und Jugendfarm mit seinem pädagogischen Team, die Jugendgruppe des Offenbacher Theaterclubs ELMAR e.V. und angehende Sozialassistent*innen einer Klasse der Käthe-Kollwitz-Schule. Die Kinder erwartet eine bunte Mischung aus Kultur und Sinneserfahrung: Es wird gespielt mit allen Sinnen! Die vielfältigen Spielstationen fordern Improvisationsfähigkeit und Spielspaß bei lustigen Gruppenspielen und Mitmachaktionen heraus und entführen in die Welt der Sinne: Fühlkästen, Riech-Memory und andere knifflige Stationen fordern die Sinne. Es wird gespielt und ausprobiert. Alle Spielstationen sind ohne Anmeldung und kostenfrei möglich. Das Angebot richtet sich an Kinder ab 6 Jahre. Bei zu großem Andrang kann es zu Wartezeiten kommen. Die Aktion findet auf dem Gelände der Kinder- und Jugendfarm an der Buchhügelallee 94 statt. Dort ist das Farmgelände an diesem Tag von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

 

„Für ein gutes Aufwachsen brauchen Kinder Raum für freies Spiel und ästhetische Erfahrungen.“ hebt Simon Isser hervor. Im Zentrum des diesjährigen Weltspieltages steht die kulturelle Teilhabe. „Artikel 31 der Kinderrechtekonvention schreibt das Recht auf Spiel und künstlerische Aktivitäten fest und das hat gute Gründe: Kinder erforschen und begreifen ihre Welt mit allen Sinnen. Daher ist es sehr wichtig, der spielerischen Auseinandersetzung mit ihrer Umwelt und ihrem kulturellen Ausdruck Raum zu geben.“ Kinder haben ihren eigenen Zugang zur Kultur. Wenn Kinder selbst erdachte Choreografien einüben, Theater spielen, Handpuppen bauen oder gemeinsam Musik machen, haben sie in erster Linie jede Menge Spaß. Sie stärken dabei aber auch ihre geistigen Fähigkeiten, ihre Kreativität und erleben Gemeinschaft. Für die Entwicklung von Kindern ist es wichtig, dass sie früh mit Kunst, Kultur, Spiel und Medien in Berührung kommen. Dadurch lernen sie unterschiedliche Perspektiven kennen und können ihrer eigenen Position Ausdruck verleihen.

 

Der Weltspieltag 2025 wird deutschlandweit zum 18. Mal ausgerichtet, in diesem Jahr erstmals am 11. Juni, nachdem die Vereinten Nationen den Weltspieltag (International Day of Play) vor Kurzem in die offizielle Liste der UN-Gedenktage aufgenommen haben. Dies unterstreicht die Bedeutung des freien Spiels für Kinder sowie die politische Notwendigkeit, daran regelmäßig zu erinnern. 


Jugendgruppe des Theaterclubs Elmar erhält Ehrenamtspreis

Auszeichnung und 1000 Euro Preisgeld für das kulturelle Engagement der Jugendlichen

 

Am Montag, 12. Mai 2025, hat der Stadtjugendring im Namen der Stadt Offenbach den Ehrenamtspreis 2024 verliehen. Die Jugendgruppe des Theaterclubs Elmar e.V. wurde mit einstimmiger Meinung der Jury mit dem Hauptpreis, dotiert mit 1000 Euro, ausgezeichnet. Vertreterinnen der aktuell zwölf Jugendlichen des Vereins nahmen mit Freude die Auszeichnung bei der Verleihung auf der Kinder- und Jugendfarm Offenbach entgegen.

 

Die Jury zum Ehrenamtspreis setzt sich zusammen aus Vertreterinnen und Vertretern des Jugendamtes Offenbach, des Jugendhilfeausschusses, des Stadtjugendrings, des Kinder- und Jugendparlamentes, des Ausländerbeirates, der AG Mädchen und der Offenbacher Kunst- und Kulturszene. Der Ehrenamtspreis wird an Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene verliehen, die sich zum Wohle der Entwicklung der Stadt Offenbach am Main in unsere Gesellschaft einbringen.

 

Die Jugendgruppe des Theaterclubs Elmar überzeugte die Jury mit ihrer intensiven wöchentlichen Probenarbeit und den vielen eigenen Aufführungen. Mit weiteren Preisen ausgezeichnet wurden das Queers & Friends Cafe von Tom Lange, vorgeschlagen von KJK Sandgasse, sowie die Katholische Jugend Offenbach-Bürgel für deren Sommerzeltlager.

 

Die aktuell zwölf Elmar-Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren beteiligten sich 2024 kreativ beim Bieberer Fastnachtsumzug. Im Sommer letzten Jahres waren sie mit ihrer Adaption von „Ein Sommernachtstraum“ beim Mini-Festival in der Prager Kunstschule zu Gast. Hierfür hatten die elf Mädchen und ein Junge eigens Teile der Inszenierung ins Englische übersetzt und neu einstudiert.

 

Kaum zurück spielten sie eine gekürzte Fassung des Stücks am 6. Juli für die Bewohnerinnen und Bewohner der Altenpflegeheime St. Ludwig und St. Elisabeth und deren Angehörige. Nur einen Tag später boten sie die lange Fassung des Stückes im Garten von St. Konrad dar. Der Aufführung in Kooperation mit der Kolpingfamilie Offenbach-Zentral folgten über 140 Menschen.

 

Auch beim Mainuferfest 2024 waren die Jugendlichen aktiv. In Vorbereitung auf die Aufführung des Froschkönigs bastelten sie gemeinsam mit Kindern Frösche in unterschiedlichsten Formen und Farben aus Papier. Mit der Bastelaktion bereicherten sie dann noch das Offenbacher Kinderfest der Offenbach-Post und EVO am 28. Juli im Büsing-Park.

Ein besonderer Höhepunkt des Jahres folgte im Oktober. Direkt nach den Sommerferien starteten die Vorbereitungen für den Maus-Türöffner-Tag, der bundesweite Aktionstag der „Sendung mit der Maus“ am 3. Oktober. In Offenbach beteiligte sich die „Station Mitte“ im ehemaligen Kaufhof-Gebäude in der Fußgängerzone. Gemeinsam mit dem Team des Capitol Theaters lud der Theaterclub Kinder zu einem Mitmach-Workshop für Theater und Technik ein. Dafür konzipierte die Jugendgruppe eine Textfassung des Märchens „Hänsel und Gretel“. Diese durften die Kinder in Workshops proben und dann in der Station Mitte aufführen. Alle Stationen von Theater und Technik waren in allen drei Durchgängen voll ausgebucht und die Kinder, die sich über das bundesweite Portal des WDR anmelden konnten, bekamen aktiv Einblicke in große Welt des Theaters.

 

Zum Abschluss des Jahres beteiligten sich die Jugendlichen intensiv an der Inszenierung und Aufführung des traditionellen Weihnachtsmärchens. Am 16. und 17. November zeigten sie ihr Talent bei den vier Märchenwanderungen zu „Der Froschkönig“ im Waldpark Obertshausen und am 1. und 2. Dezember bei den sechs Theateraufführungen im Capitol Theater Offenbach.

 

Für 2025 beschäftigte sich die Gruppe mit der Schriftstellerin Sophie von La Roche, basierend auf dem Theatertext „Hier oben wohnt das Glück“ nach Motiven des Romans "Geschichte des Fräuleins von Sternheim". Das Stück beschäftigt sich mit den Lebensverhältnissen einer jungen Frau des 18. Jahrhunderts im Vergleich zu heute. In Kooperation mit der Stadt Offenbach am Main (Amt für Kulturmanagement und Frauenbüro) gibt es Aufführungen vom 13. bis 15. September im Bernardbau Offenbach, Herrnstr. 63 (ehemaliges Bürgerbüro).

 

(Text: Wolfgang Klauke, Klauke-PR)


Deutsch-Tschechische Jugendbegegnung

Vom 20. bis 23. März 2025 konnten wir Jugendliche der Základní umělecká škola Popelka aus Prag bei uns in Deutschland begrüßen. Zum Deutsch-Tschechischen Jugendaustausch trafen wir uns im Selbstversorgerhaus Lützel und machten dort gemeinsam Theater.

 

Nach einem touristischen Programm mit Besuch der Ronneburg und Stadtbummel durch Gelnhausen ging es am Freitag mit einem Kennenlernworkshop los. Wir übten Namen, knüpften Kontakte und machten uns bereit für die gemeinsame Theaterarbeit. Am Samstag stand der ganze Tag dann im Zeichen des Forum-Theaters nach Augusto Boal. Die Theaterexpertinnen der Prager Kunstschule lehrten uns die Techniken des Forum-Theaters und in kleinen Gruppen erarbeiteten wir realistische Konfliktszenen, die wir dann am Nachmittag der Gesamtgruppe präsentierten. Gemeinsam begannen wir mit Interventionen und kreativen Ideen die Probleme szenisch aufzulösen und waren begeistert von der gemeinsamen Arbeit in einer fremden Sprache. Zum Abschluss präsentierten die Jugendlichen des Theaterclub ELMAR aus Offenbach einen Ausschnitt aus ihrer aktuellen Probenarbeit und ein gemeinsamer Partyabend mit Spielen, Singen und Knabbereien ließ die tolle gemeinsame Zeit ausklingen.

 

Ein bewegendes Wochenende mit vielen Eindrücken, neuen Freundschaften und intensiver Theaterarbeit. Wir freuen uns schon auf das nächste Wiedersehen beider Gruppen, die schon seit vielen Jahren kontinuierlich kooperieren und sich gegenseitig besuchen und austauschen. 

 

Herzlichen Dank an alle Unterstützer*innen der Veranstaltung, insbesondere unsere vielen ehrenamtlichen Helfer*innen bei Küche, Einkauf und Fahrservice. Ohne euch, wäre so etwas nicht möglich! Wir danken dem Deutsch-Tschechischen Zukunftsfond für die großzügige finanzielle Förderung des Austauschs.


ELMAR beim Hessischen Mundartpreis

Hessen fördert Dialekt und Brauchtum. So fand am "Tag der Muttersprache" am 21. Februar die erste Verleihung des Hessischen Mundartpreises statt. Der Theaterclub ELMAR gehörte mit seinem Mundart-Stadtrundgang "Offebach uffs Ohr gebabbelt" zu den 65 Projekten aus ganz Hessen im Bewerberfeld. Für den Preis hat es leider nicht gereicht, aber Hessens Heimat- und Mundartminister Ingmar Jung dankte mit einer Teilnehmerurkunde für das Engagement unseres Vereins. Simon Isser (l.) und Daniel Thomas (r.) nahmen die Urkunde bei der Veranstaltung in Rüdesheim entgegen.

 

Die hessische Mundart liegt uns als Verein sehr am Herzen: Der Theaterclub ELMAR e.V. wurde 2017 in der Liste der Amateurtheatervereine zum "Immateriellen Kulturerbe - Regionale Vielfalt der Mundarttheater in Deutschland" aufgenommen. Seit einigen Jahren bieten wir die beliebten Mundart-Stadtrundgänge durch Offenbach an. Wir nehmen Sie mit auf einen Rundgang durch die Offenbacher Innenstadt, vom Mainufer bis zum Wilhelmsplatz. Dabei unterhalten wir Sie mittels eines speziellen Audio-Systems und via Bluetooth-Kopfhörern mit Offenbacher Anekdoten in hessischer Mundart. Hören Sie Alltagsgeschichten und Gedichte aus dem Offenbach der 50er Jahre und schauen Sie dabei in das Offenbach von heute! Ein unterhaltsamer Spaß für "alte" und "neue" Offenbacherinnen und Offenbacher.


25 Jahre ELMAR Märchen im Capitol Theater

Der Offenbacher Theaterclub Elmar besteht seit 113 Jahren – und bereits seit 1911 spielt er im Advent ein Weihnachtsmärchen für Kinder und Familien. Seit 25 Jahren ist der Verein dafür im Capitol Offenbach zu Gast.

 

„Das Capitol Theater in Offenbach bietet eine perfekte Atmosphäre für unser Weihnachtsmärchen“, betont der Elmar-Vorsitzende Simon Isser. „Wir danken dem Capitol-Team, dass sie uns Jahr für Jahr so liebevoll aufnehmen und unterstützen. Für jeden unserer Darstellenden, von jung bis alt, ist es ein Traum, auf dieser fantastischen Bühne spielen zu dürfen.“

 

„Das Weihnachtsmärchen der Elmar ist für uns immer wieder ein Highlight der Adventszeit“, erklärt Birgit von Hellborn, Geschäftsführerin des Capitol Theater Offenbach. „Der Verein ist wie eine große, bunte Familie, die jede und jeden herzlich aufnimmt. Wir genießen das Gewimmel der zahlreichen jungen bis gestandenen Theaterschaffenden und lieben den fröhlichen, aber immer professionellen Geist dieser einzigartigen Truppe. Wir hoffen, dass uns die Elmar mit ihren inspirierenden Weihnachtsmärchen noch sehr lange erhalten bleiben wird.“

 

Finanziell unterstützt wird die Produktion vom Förderverein "Freunde des Capitol Theaters Offenbach e.V.", der Theaterclub Elmar dankt herzlich für diese tolle Förderung.

 

(Stand: 08.11.24 / Text: Klauke PR)


Das Amateurtheater steht für Vielfalt und Toleranz

Statement unseres Dachverbandes, des Bund Deutscher Amateurtheater e.V.:

 

Am 26. Mai 2024 wurden Künstler*innen des Performance Theater Heidelberg Opfer eines queerfeindlichen Angriffs nach ihrem Auftritt im Rahmen des Queer Festival Heidelberg.

 

Die Gruppe ist Mitglied im Landesverband Amateurtheater Baden-Württemberg (LABW) und im Bund Deutscher Amateurtheater (BDAT). Sie hat eine hohe Qualität in ihrer künstlerischen Arbeit. Sie behandelt wichtige Themen, die unsere Gesellschaft und das Miteinander betreffen.

 

Dieses friedliche Miteinander wurde massiv gestört. Die Mitwirkenden mussten verbale und tätliche Angriffe über sich ergehen lassen. Der LABW mit seinem Präsidium, den Mitgliedsbühnen und der Geschäftsstelle und der BDAT als Bundesverband verurteilen den Angriff aufs Schärfste. Hass und Gewalt lehnen wir strikt ab.

 

Wir rufen auf zur Solidarität mit dem Performance Theater Heidelberg.

 

Im Leitbild des LABW heißt es: „Der LABW steht für Demokratie und Toleranz.“

Das leben wir. Dafür setzen wir uns ein.

Wir nehmen Diversität und Solidarität ernst.

Theater geht nur gemeinsam. Kultur ist für alle da.

Amateurtheater muss ein sicherer Ort sein.  

 

Wir wollen in Vielfalt, Toleranz, Freiheit und Demokratie leben. Das will gelernt sein. Es braucht das Amateurtheater als sicheren Lernort für alle.

 

Als Verbände der darstellenden Künste stehen wir an der Seite aller Theatermacher*innen, die sich für diese Werte einsetzen. Wir unterstützen sie in der Auseinandersetzung mit den wichtigen Themen dieser Welt.

 

Der Landesverband Amateurtheater Baden-Württemberg e.V.

Der Bund Deutscher Amateurtheater e.V.

 

Stuttgart und Berlin,  30. Mai 2024

 

Quelle: Das Amateurtheater steht für Vielfalt und Toleranz - BDAT


EVO Podcast "Nah!" mit Simon Isser

Das schreibt die EVO: "Er ist Clownlehrer, Theaterpädagoge, Schauspieler, Karnevalist und vieles mehr. Oder anders ausgedrückt: Der Offenbacher Simon Isser ist ein Multitalent und in vielen Rollen unterwegs. Aber hat er eine Lieblingsrolle? Was bedeutet ihm Offenbach? Und was das alles mit der hessischen Kult-Familie Hesselbach auf sich hat - darüber haben wir mit ihm in unserer neuen Ausgabe unseres EVO-Podcast "Nah!" gesprochen."


Wir sind Prinzenpaar!

Zwei aktive ELMARianer sind das Offenbacher Karnevalsprinzenpaar der Saison 2024.

Prinz Daniel I. und Prinzessin Ricarda I. werden in der Kampagne 2023/24 Lederanien regieren. Die beiden engagierten Offenbacher sind das neue Prinzenpaar.

 

Daniel Thomas, wie der Prinz mit bürgerlichem Namen heißt, ist im beruflichen Leben Lehrer an der Merianschule in Seligenstadt. Er unterrichtet dort hauptsächlich seine Fächer Chemie und Geschichte. Daneben führt er aber auch die Schulbibliothek und kümmert sich mit einem Kollegen um die Schulpartnerschaft mit der Manitowoc Lincoln High School in Wisconsin, USA. Bekannt ist er u.a. als Schauspieler im Offenbacher Theaterclub Elmar.

 

Seine Prinzessin Ricarda Thöne ist ebenfalls aus den Reihen des Theaterclub Elmar. Dort ist sie seit diesem Jahr im Vorstand als Kassiererin tätig. Im Landesverband hessisches Amateurtheater ist sie seit einigen Jahren als Jugendleitung Südhessen aktiv und hat hier bereits mehrere Projekte betreut und begleitet. Beruflich ist die digitale Transformation ihr großes Thema. Für den Krankenhaus-Konzern Agaplesion kümmert sie sich um die Digitalisierung von Arbeitsabläufen.

 

Beide sind „echte Fastnachter“. Prinz Daniel ist Mitglied im Komitee des OKV und stand schon bei den Kolpingelfern in der Bütt. Prinzessin Ricarda nimmt regelmäßig mit dem Theaterclub Elmar an den Fastnachtsumzügen in Bieber teil und half beim OKV-Jubiläumsumzug 2020. Ihr Bruder Max Thöne ist 2. Vorsitzender und Mundschenk des OKV.

 

Die beiden Tollitäten kennen und schätzen sich seit vielen Jahren und haben mehr gemeinsam als man denken könnte, denn beide teilen sich neben der Liebe zu Kaffee auch den Fakt, dass sie Linkshänder sind.

 

Gekörnt wird das Prinzenpaar beim „Feuerwerk der guten Laune“ am Samstag, den 13. Januar 2024 in der Stadthalle Offenbach. Weitere Informationen auf www.okv-web.de (Text und Bild: OKV e.V.)


ELMAR Jugend feiert die "Spielfreunde Erzgebirge"

Fünf Jugendliche des Offenbacher Theaterclub ELMAR machten sich mit Ihrer Gruppenleiterin Verena Blum kurz nach dem Tag der Deutschen Einheit auf den Weg nach Sachsen. Ziel war Stollberg im Erzgebirge. Hier feierten sie „5 Jahre Theaterverein Spielfreunde e.V.“

 

Die Stollberger Theatergruppe verbindet eine enge Partnerschaft mit dem Offenbacher Theaterclub ELMAR und schon einige Male reisten Offenbacher nach Stollberg. Im letzten Jahr verbrachten die Jugendlichen ein gemeinsames Probenlager in Offenbach. Zum Jubiläum reisten zahlreiche Theatergruppen aus Sachsen und sogar die städtische Kunstschule aus dem Tschechischen Prag an.

 

In Workshops und Spielen lernten die Jugendlichen neben den Stollbergern und Pragern die Gruppen aus Großhein und Eilenburg kennen. Sie freuten sich riesig über das Wiedersehen mit bekannten Gesichtern. Alle haben sich für die Präsentationen am Samstagabend bei der großen Jubiläumsfeier viel Mühe gegeben und ihre Vereine repräsentiert. Ein besonders großes Lob wurde den Gründern der Spielfreunde, Michael Ö. und Mandy Arnold, dafür ausgesprochen, dass sie die Spielfreunde so toll durch die letzten Jahre begleitet und geleitet haben. Jetzt freuen sich alle auf die nächste gemeinsame Unternehmung der befreundeten Theatergruppen.

(Stand: Oktober 2023)


Wenn aus "ELMAR" - "El Mar" wird...

Das kubanische Theaterensemble „Teatro sobre el camino“ besuchte Ende September den Offenbacher Theaterclub ELMAR. Die kubanischen Theatermacher und die Offenbacher Amateurtheatergruppe kennen sich von internationalen Festivals, vor allem des Festival Theaterwelten 2019 des BDAT (Bund Deutscher Amateurtheater e.V.) im thüringischen Rudolstadt.

 

Eigentlich war ein Besuch in Offenbach schon 2020 geplant, die Pandemie machte dem aber einen Strich durch die Rechnung, so dass die Reise erst 2023 stattfinden konnte. Umso freudiger war das Wiedersehen. Die dreiköpfige Delegation aus Kuba wurde am Frankfurter Flughafen empfangen und gleich am ersten Abend wurde Offenbach erkundet. Am zweiten Tag besuchten die Gäste die Aufführung „Der Talisman“ des Offenbacher Theaterclubs und tauschten sich anschließend mit dem Ensemble aus.

 

Am Montag stand dann ein Stadtrundgang durch Offenbach auf dem Plan. U.a. wurden der Hof des Büsing-Palais, das Capitol Theater und der Wilhelmsplatz besucht. Abends begeisterten die kubanischen Theatermacher mit ihrer Eigenproduktion „Frontera S.A.“ im Theateratelier Bleichstraße 14H. Die packende Inszenierung war aktueller denn je: Diplomaten der "grünen" und der "gelben" Seite treffen sich, um eine Grenze zu ziehen und die Welt in zwei Hälften zu teilen. Diese Grenze teilt nicht nur beide Gebiete, sondern auch einen Mann, der Opfer dieser Vereinbarung wird und in zwei Teile zerfällt: Kopf - seine oberen Körperteile - bleiben in der grünen Zone und Füße - die unteren Körperteile - in der gelben Zone. Gegen diese absurde Zersplitterung und um zu einem einzigen Körper zurückzukehren, besteht Kopf darauf, Fuß- der seine obere Hälfte leugnet - wieder zusammen zu führen. Die Verleugnung lässt sie zu Todfeinden werden. Ein Krieg entbrennt und macht nach der Zerstörung der Erde auch vor dem Mond nicht halt. Packendes Theater – ohne Sprache – mit intelligentem Puppenspiel, Musik und Körpersprache. Darstellerin Elizabeth Aguilera Farinas zieht das Publikum, das ebenfalls in grüne und gelbe Menschen getrennt wurde, in ihren Bann.

 

Dienstags fand sich die Delegation zum offiziellen Empfang im Rathaus der Stadt Offenbach ein. Im Sitzungssaal des Magistrates empfing Stadtrat Martin Wilhelm die Delegation und begrüßte sie in Offenbach. Ein reger Austausch über das alltägliche Leben in Deutschland und Kuba entstand und insbesondere über die Unterschiede in der Förderung der Kultur wurde diskutiert. Danach ging es in einen Offenbacher Kindergarten. Dort begeisterte das Ensemble die jungen Zuschauer*innen mit einem Ausschnitt ihrer Clownperformance. Die Lacher waren laut, die Stimmung bestens!

 

 

Am Mittwoch ging es dann weiter. Das „Teatro sobre el camino“ bricht auf nach Esslingen (Baden-Württemberg). Danach stehen noch Stationen in Bad Belzig (Brandenburg) und Leipzig (Sachsen) auf dem Plan der kleinen Deutschlandtour. Ermöglicht wurde die Reise u.a. vom BDAT mit Mitteln des Auswärtigen Amtes. Wir danken herzlich allen Förderern und Unterstützern des internationalen Kulturaustausches. (Stand: Oktober 2023)


DANKE an die "Freunde des Capitol Theaters"

Wir bedanken uns herzlich beim Verein "Freunde des Capitol Theaters Offenbach e.V." für die Unterstützung unseres diesjährigen Weihnachtsmärchens "Frau Holle".

 

Wir sind ganz begeistert von der tollen Unterstützung für unsere ehrenamtliche Arbeit. Beim gemeinsamen Foto nach der gelungene Vorstellung haben wir uns persönlich bedankt.

Auf dem Foto seht ihr Vereinsvorstandsmitglied Michael Beseler (r.), Capitol Geschäftsführerin Birgit von Hellborn (2. v.r.) und Mitglieder unseres Ensembles im Capitol Theater Offenbach.

 

Wer mehr über den Verein "Freunde des Capitol Theaters" erfahren möchte, oder den Verein durch eine Mitgliedschaft unterstützen kann, findet hier weitere Informationen: https://www.freunde-capitol.de/

 

(Foto: Klauke PR, W. Klauke)


Junge ELMAR-Darstellerin auf internationalem Kindertheaterfest in der Schweiz

Der Offenbacher Theaterclub ELMAR ist bekannt für seine Kinder- und Jugendarbeit. Ein ganz besonderes Highlight erlebte in diesem Sommer die junge Darstellerin Eylem Sandor. Die Obertshäuser Schülerin spielt bereits seit fünf Jahren im Offenbacher Theaterclub ELMAR. Nun reiste sie zum 6. Internationalen Kindertheaterfest nach Turgi im Schweizer Kanton Aargau.

 

 

Eine Offenbacherin in einer Produktion des Theatervereins Spielfreunde Erzgebirge? Was erstmal komisch klingt, ist doch ganz naheliegend: Den Stollberger Theaterverein Spielfreu(n)de Erzgebirge und den Offenbacher Theaterclub ELMAR verbindet eine jahrelange Vereinsfreundschaft. Auf einem gemeinsamen Probenlager Mitte März im Rodgau fragte Michael Ö. Arnold, der Regisseur der Sächsischen Theatergruppe die Offenbacher Freunde, ob jemand eine freie Rolle in der anstehenden Festivalproduktion übernehmen wollte, in Stollberg war ein Kind ausgefallen. Die 15jährige Eylem Sandor zögert keine Sekunde und sagte sofort zu. Eine gemeinsame Probe gab es nicht, das Textbuch bekam sie per E-Mail mit einem Videomitschnitt der bisherigen Proben. Sie lernte Zuhause ihren Text und bereitete sich auf das große Ereignis vor. Vor Ort gab es dann eine gemeinsame Probe und einen technischen Durchlauf auf der Bühne.

Dann ging es in der ersten Woche der Sommerferien los: Gemeinsam mit Elmar-Regisseur Simon Isser und den Freunden aus dem Erzgebirge machte sie sich auf die Reise ins Schweizer Örtchen Turgi. Dort fand vom 24. Juli bis 1. August bereits zum sechsten Mal das internationale Kindertheaterfest statt. Rund 150 Kinder und Jugendliche aus acht Ländern trafen sich dort zum zehntätigen Großereignis. Das Programm war prall gefüllt: 10 Theateraufführungen, jeden Vormittag gemeinsame Workshops mit internationalen Künstler*innen und eine große Workshoppräsentation zum Schweizer Nationalfeiertag beim Dorffest auf dem Schulhof. Daneben gab es auch noch einen Ausflug in einen Bergtierpark, tägliche Nachbesprechungen der gesehenen Stücke und einen Markt der Länder mit allerlei Souvenirs und internationalen Köstlichkeiten. Schon am zweiten Festivaltag stand Eylem mit den Spielfreunden Erzgebirge und dem Theaterstück „Wenn es den Farben zu bunt wird“ auf der großen Festivalbühne. Ihre Rolle als „Mutter Rot“ meisterte sie mit Bravour. Das Stück eine Parabel auf vier Länder, getrennt durch ihre unterschiedlichen Farben und die Kinder, die den „alten Farben“ den Weg ins bunte Miteinander zeigen. Eine Eigenproduktion der sächsischen Spielfreunde mit einer Botschaft des Miteinanders und der Völkerverständigung – aktueller denn je und auch für ein internationales Festivalpublikum verständlich. Langanhaltender Applaus und das positive Feedback der Kolleg*innen aus den anderen Gruppen bestärkte die jungen Darstellerinnen und Darsteller aus Deutschland.

 

 

Eylem Sandor war begeistert und im Zirkus- und Artistik Workshop mit einer finnischen Künstlerin lernte sie ganz nebenbei neue Techniken und kleine Akrobatische Kunststücke, die sie bei der Abschlusspräsentation stolz dem Publikum darbot. Eine einmalige Erfahrung und viele neue Freundschaften werden Eylem noch lange nach diesem Sommer in bester Erinnerung bleiben. Vielleicht gibt es sogar noch ein weiteres Gastspiel mit „Wenn es den Farben zu bunt wird“, neue internationale Kontakte sind geknüpft und die Reiselust ist geweckt.

 

(Fotos: Mikael Fors Janser & Simon Isser)


Aus Indonesien zur ELMAR

Unsere ehem. Bundesfreiwillige Melati Hanifa Asfihani berichtet. Sie kam aus Indonesien zum Theaterclub ELMAR nach Offenbach, wo sie vom Sommer 21 bis Sommer 22 ihren Bundesfreiwilligendienst absolvierte. Jetzt lebt und arbeitet sie in Hamburg:

 

Ich interessiere mich sehr für die deutsche Sprache und Kultur. Und ich muss sagen, dass ich großes Glück hatte, als Bundesfreiwillige im Theaterclub Elmar aufgenommen zu werden.

 

Während meines Freiwilligendienstes dort habe ich viele Erfahrungen gesammelt. Ich war immer in jeder Aktivität involviert und es hat sehr viel Spaß gemacht. Bei der Vorbereitung eines Stückes habe ich besondere Erfahrungen gemacht, da ich auch den Text mitlesen dürften. Ich lernte viele fremde Wörter - sogar hessische -, sodass ich meine Kenntnisse noch erweitern kann.

 

Von den Mitgliedern habe ich auch gelernt, wie man einen Text szenisch darstellt, indem sie diesen kürzen, intonieren und ein- oder mehrstimmig vortragen. Die Mitglieder in dem Club sind sehr freundlich. Sie halfen mir gerne, wenn ich etwas nicht verstanden habe.

 

Ich habe an vielen Workshops teilgenommen, in dem ich mit Theaterleuten viel diskutiert habe und Szene geübt. Ich bin den Mitgliedern des TC Elmars sehr dankbar. Ich kann all ihre Freundlichkeit nicht vergessen. Ich bin sehr stolz darauf, Teil des Theaterclubs Elmar gewesen zu sein.

 

Gewesen zu sein? Ich würde lieber sagen: Ich bin stolz, ich bin ein Teil des Theaterclubs Elmar.

Bundesfreiwilligendienst im Theaterclub ELMAR

 

Bei uns gibt es immer was zu tun. Ab 2018 bieten wir eine Einsatzstelle für den Bundesfreiwilligendienst (BFD) in unserem Verein an.

 

Angesprochen sind alle Menschen über 27 Jahre, die einen Freiwilligendienst im Amateurtheater absolvieren wollen, insbesondere auch Seniorinnen und Senioren. Ebenso können geflüchtete Menschen aktiv werden. Der Bundesfreiwilligendienst im BDAT ist eine hilfreiche Ergänzung zum großen ehrenamtlichen Engagement im Amateurtheater.

 

„Kreativ, lebendig und engagiert“ – so geht es den BFD-Einsatzstellen des BDAT tagtäglich zu. Es sind Orte mit viel Platz für Engagement und Kreativität. Sie bieten den Bundesfreiwilligen die Möglichkeit neue Ideen einzubringen und ermöglichen ihnen vielfältige Erfahrungen.

 

Mehr Informationen dazu gibt es in unserem kleinen Flyer:

Download
BFD im Theaterclub ELMAR 2018.pdf
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Freunde des Capitol Theaters

Das Offenbacher Capitol Theater ist die Heimatbühne unserer jährlichen Weihnachtsmärchen und seit über 20 Jahren sowas, wie unser Zuhause. Deshalb ist jede Unterstützung für dieses tolle Haus, indirekt auch eine Unterstützung für unseren Verein:

 

Im Dezember 2019 haben sich Bürgerinnen und Bürger aus Offenbach und Umgebung im Max Dienemann Saal des Capitol Theaters zusammengefunden und den Verein „Freunde des Capitol Theaters Offenbach e.V.“ gegründet. Der Verein ist als gemeinnützig anerkannt. Zweck des Vereins ist, das Capitol Theater als Stätte lebendiger und hochwertiger Kulturpflege und als historisch bedeutenden Ort zu unterstützen und dies nach außen zu vermitteln. Schwerpunkte des Vereins sind die Unterstützung der Konzertreihe der Capitol Classic Lounge und anderer Produktionen für vielfältige kulturelle Zwecke. Der Verein will damit die Anbindung des Theaters an die Stadtgesellschaft weiter stärken und festigen. Informationen zum Verein gibt es auf der eigenen Webseite (Klick auf das Logo). 


Theaterclub ELMAR in Radio Frankfurt

Am Dienstag, 12.01.2021, von 20 bis 21 Uhr,  ist der 1. Vorsitzende des TC Elmar, Simon Isser, zu Gast bei Radio Frankfurt.

 

In der Radio Frankfurt Show „Vereinshelden“ soll er dem Moderator Henry Braun u.a. berichten über das erste Jahr des über 100-jährigen Vereins ohne eine einzige Aufführung, über die Auszeichnung mit dem Digitalpreis für den Online-Stream „Märchen für Groß und Klein“ sowie die Planungen des Theaterclubs für 2021.

 

Radio Frankfurt empfängt man über die UKW-Frequenzen 95,1 (Frankfurt a/M.) und 97,3 (Hanau) oder online unter radiofrankfurt.de.

https://radiofrankfurt.de/programm/vereinshelden


Online-Stream „Märchen für Groß und Klein“ ausgezeichnet

Für Sport-, Theater- und Musik-Vereine war 2020 größtenteils ein ereignisarmes Jahr. Übungseinheiten oder Aufführungen fanden während der Corona-Krise meist gar nicht statt – und wenn überhaupt, dann oft „nur“ online im Internet. Für Kinder und Familien wurde bei all dem Streaming aber vergleichsweise wenig angeboten. Aus diesem Grunde rief der Offenbacher Theaterclub Elmar e.V. in Zusammenarbeit mit dem Obertshäuser Unternehmen „Hüpfburg-Alarm“ die „Märchen für Groß und Klein“ ins Online-Leben. Von Juni bis Oktober 2020 präsentierte das Team jeden Dienstag ab 16 Uhr eine Märchenlesung als „Stream“ auf Youtube und Facebook.

 

Nun wurde das Projekt mit einem der Preise „Theater-Kreativ-Digital“ des Verbandes Hessischer Amateurtheater e.V. und des hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst ausgezeichnet. Eine Fachjury aus Vertretern des Ministeriums und Amateurtheaterexperten wählte kurz nach Weihnachten die Sieger aus, darunter auch die mittlerweile 21 Märchenvideos des Offenbacher Theaterclubs in Zusammenarbeit mit Hüpfburg-Alarm.

 

Mit dem Preis will der hessische Amateurtheaterverband die digitalen Aktivitäten der Bühnen in der Corona-Krise sichtbar machen. Ausgezeichnet wurden digitale Probenkonzepte, Aufführungsstreamings und innovative Videoprojekte. „Wir freuen uns sehr zu den Preisträgern zu gehören. Das ist eine tolle Anerkennung unserer Theaterarbeit in diesem ansonsten so schwierigen Jahr“, betont Elmar-Vorsitzender Simon Isser. „Wir konnten leider, erstmals in der Geschichte der Elmar, im gesamten Kalenderjahr keine reale Aufführung auf die Bühne bringen. Mit den Märchenvideos konnten wir aber wenigstens online unser Publikum erreichen und für einen angenehmen Zeitvertreib sorgen.“

 

Simon Isser, erster Vorsitzender der Elmar, las in seine Paraderolle als Wilhelm Grimm Märchen der Brüder Grimm. Das Studio der Firma „Sounds of Reality“ verwandelte sich in den Elmar-Märchenfundus und wurde mit allerlei Requisiten aus den beliebten Elmar-Märchen dekoriert. Die bekannte Titelmelodie „Märchenland“ stammt aus der Feder von Komponist Oguz Dogan, der seit Jahren die Musik zu den jährlichen Elmar-Weihnachtsmärchen komponiert. Technik, Schnitt und Kamera übernahm Andreas Hümmer von Hüpfburg-Alarm. Neben bekannten Titeln wie „Hänsel und Gretel“ oder der „Froschkönig“ wurden auch eher unbekannte Märchenschätze der Brüder Grimm wie „Strohhalm, Kohle und Bohne“ oder „Die sechs Schwäne“ vorgelesen. Alle Folgen sind auch heute auf dem YouTube Kanal des Theaterclub Elmar und der Homepage des Vereins abrufbar und können so immer wieder angesehen werden. (Stand: 05.01.2021)


Immaterielles Kulturerbe

Der Theaterclub ELMAR e.V. wurde 2017 in der Liste der Amateurtheatervereine zum "Immateriellen Kulturerbe - Regionale Vielfalt der Mundarttheater in Deutschland" aufgenommen. 

 

Damit verpflichtet sich die ELMAR regelmäßig Theaterstücke in hessischer Mundart zur Aufführung zu bringen. Die Eintragung in die Liste würdigt ausdrücklich das ehrenamtliche Engagement bei Bühnenbau und Vereinsarbeit. Wir ELMARianer sind stolz auf diese hohe Auszeichnung und Würdigung unserer Arbeit.

 

Die Urkunde im Original lässt sich mit einem einfachen "klick" auf das Bild vergrößern. Informationen zum Mundarttheater in Deutschland gibt es auf der Webseite des Bund Deutscher Amateurtheater: http://bdat.info/arbeitsfelder/mundart-sprachen/immaterielles-kulturerbe/